Was uns antreibt

Interview | Leonie

Was treibt uns an? Wie sind wir da gelandet, wo wir jetzt stehen? Warum machen wir das alles eigentlich? Fragen, die sich wahrscheinlich jede:r schon einmal selbst gestellt hat oder mit denen uns andere Menschen konfrontiert haben. Fragen, die gerade auch als Gründer:in nicht unerheblich für den Erfolg eines Unternehmens sind. Daher haben wir bei unserem Gründer und CEO, Sebastian mal nachgehakt:

Mit Abschlüssen in Architektur und Informatik liegt der Schritt in die Tierwelt nicht unbedingt nahe. Warum also diese Branche?

Sebastian: Ich bin mit Tieren, dem Praxisalltag und reichlich Unternehmergeist groß geworden. Mein Vater hat sich vor über 30 Jahren sehr erfolgreich mit einer Tierarztpraxis selbstständig gemacht. Wir haben in den ersten Jahren noch über der Praxis gewohnt, daher war ich als Kind und Jugendlicher ständig dort und habe das Geschehen um mich herum beobachtet. Beruflich den Schritt in die Tierwelt und Selbstständigkeit zu wagen, war für mich also nicht abwegig.

Wie bist du darauf gekommen, dass es ausgerechnet ein Messenger ist, der in Tierarztpraxen fehlt?

Sebastian: Wie gesagt, da ich oft in der Kleintierpraxis meines Vaters war, ist mir das ständige Klingeln des Telefons noch sehr präsent. Ich hätte nie gedacht, dass sich das bis heute nicht wirklich geändert hat. Aber immer wenn ich dort war, klingelte das Telefon in einer Tour. Das reißt die tiermedizinischen Fachangestellt:innen natürlich dauernd aus Unterhaltungen und anderen Arbeitsprozessen. Hilfsmittel wie Headset helfen zwar dabei, keinen Anruf zu verpassen, lösen aber nicht das grundlegende Problem: Den Druck und Stress unmittelbar zu antworten. Kund:innen warten, also muss umgehend reagiert werden.

Und ein Messenger hilft dabei, das Problem des kontinuierlichen Stresses zu lösen?

Sebastian: Ganz genau. Ich dachte mir, ein passender Messenger würde zum einen den Druck rausnehmen, direkt zu antworten, da die Kommunikation asynchron verläuft. Zum anderen sorgt ein Mechanismus dafür, dass keine Anfrage untergeht und der/die Kund:in bereits vor der Anfrage über die durchschnittliche Antwortzeit informiert wird. In vielen Fällen ist es für Kund:innen völlig in Ordnung, eine gewisse Zeit auf eine Antwort zu warten. Dieses Entgegenkommen seitens der Kund:innen können wir nutzen, um den Stress in der Praxis zu reduzieren. Im Austausch mit der Praxis habe ich schnell festgestellt, dass sich vorhandene Dienste wie WhatsApp nicht eignen, da im Austausch zu viele Informationen zum Tier immer wieder aufs Neue ausgetauscht werden müssten. Das hätte ein regelrechtes Nachrichten Ping-Pong zur Folge und wäre keine Arbeitserleichterung. Also musste etwas Neues her – die “Geburtsstunde” von AnimalChat wenn man so will.

Während des Entwicklungsprozesses von AnimalChat gab es sicherlich auch Rückschläge, wie motiviert du dich trotzdem weiterzumachen?

Sebastian: Aber klar gab und gibt es auch heute Rückschläge. Rückschläge gehören dazu und sind nötig, um zu wachsen und das Produkt besser zu machen. Und genau das ist es ja, was wir wollen und was mich antreibt: Die bestmögliche Lösung für die tierbezogene Kommunikation. Außerdem konnte ich miterleben, wie mein Vater entgegen einiger Widerstände auf einem kleinen Bauernhof eine florierende Tierarztpraxis aufgebaut hat. Gerade in den ersten Jahren war die Angst zu scheitern oft da, doch mit seiner Willenskraft hat er auch in schwierigen Zeiten den Mut nicht verloren. Das inspiriert mich jeden Tag.