Deine Katze trinkt mehr als sonst? Warum das ein frühes Warnsignal ist
AnimalChat Redaktion · 7. Oktober 2026
Mehr Durst ist bei Katzen oft das erste sichtbare Zeichen einer Nierenerkrankung, einer Schilddrüsenüberfunktion oder von Diabetes. Wie du es bemerkst und was dann sinnvoll ist.
Katzen trinken von Natur aus wenig. Wenn der Napf plötzlich schneller leer ist oder deine Katze an Wasserhähnen und Blumenuntersetzern auftaucht, lohnt es sich hinzusehen. Vermehrter Durst ist bei älteren Katzen eines der frühesten Zeichen für Erkrankungen, die sich gut behandeln lassen, wenn man sie früh findet.
Warum Katzen dann mehr trinken
Gesunde Nieren konzentrieren den Urin stark. Lässt diese Fähigkeit nach, verliert der Körper mehr Wasser über den Urin, und die Katze gleicht das über Trinken aus. Das passiert oft lange, bevor sie sich krank verhält. Die chronische Nierenerkrankung ist bei älteren Katzen sehr häufig.
Nicht jede Durstzunahme kommt aber von den Nieren. Zwei andere Ursachen sind ebenso typisch:
- Schilddrüsenüberfunktion: oft mit Gewichtsverlust trotz großem Appetit, Unruhe, manchmal Erbrechen
- Diabetes mellitus: häufig bei übergewichtigen Katzen, dazu viel Urin und später Gewichtsverlust
Die Erkrankungen können auch gleichzeitig auftreten. Deshalb braucht es eine Untersuchung und nicht eine Vermutung.
So merkst du es
Den genauesten Eindruck bekommst du, wenn du einen Tag lang misst: Napf mit einer abgemessenen Menge füllen, nach 24 Stunden den Rest messen und die Verdunstung grob abziehen. Bei mehreren Katzen oder Trinkbrunnen ist das schwer. Dann helfen Beobachtungen über einige Tage:
- Der Napf muss öfter nachgefüllt werden als früher
- Die Urinklumpen im Katzenklo werden größer oder zahlreicher
- Die Katze trinkt an ungewohnten Stellen
Oft genannt wird eine Faustregel von etwa 50 Millilitern pro Kilogramm Körpergewicht und Tag als obere Grenze. Nimm sie mit Vorsicht: Nassfutter besteht zum größten Teil aus Wasser. Eine Katze, die nur Nassfutter frisst, trinkt oft fast nichts, eine Trockenfutter-Katze deutlich mehr. Aussagekräftiger als jeder Richtwert ist der Vergleich mit dem eigenen Vorher: Trinkt deine Katze bei gleichem Futter spürbar mehr als vor einigen Monaten, ist das ein Grund für einen Termin.
Was sonst dazukommen kann
- Gewichtsverlust, oft schleichend und unter dem Fell kaum zu sehen
- Stumpfes, ungepflegtes Fell
- Weniger Appetit, wählerisches Fressen
- Erbrechen, Mundgeruch
- Mehr Schlaf, weniger Interesse an der Umgebung
Regelmäßiges Wiegen zu Hause, etwa einmal im Monat, fängt vieles davon früh ab.
Was in der Praxis passiert
In der Regel werden Blut und Urin untersucht. Neben den klassischen Nierenwerten gibt es mit SDMA einen Blutwert, der eine nachlassende Nierenfunktion oft früher anzeigt. Die Urinuntersuchung zeigt, wie gut die Nieren noch konzentrieren, und ob Eiweiß verloren geht. Dazu gehört eine Blutdruckmessung: Bluthochdruck ist bei Nieren- und Schilddrüsenerkrankungen häufig und kann unbehandelt Augen, Herz und Nieren schädigen.
Nimm, wenn möglich, frischen Urin mit. Frag in der Praxis nach, wie du ihn am besten sammelst, etwa mit spezieller, nicht saugender Streu.
Warum früh besser ist
Eine chronische Nierenerkrankung ist nicht heilbar, ihr Fortschreiten lässt sich aber deutlich verlangsamen: mit angepasstem Futter, ausreichend Flüssigkeit, Blutdruckkontrolle und regelmäßigen Kontrollen. Viele Katzen leben damit noch Jahre gut. Auch Schilddrüsenüberfunktion und Diabetes sind behandelbar. Je früher, desto besser.
Wann es eilt
Frisst deine Katze gar nicht mehr, erbricht sie wiederholt, wirkt sie deutlich geschwächt oder trinkt sie plötzlich gar nicht mehr, warte nicht auf einen Routinetermin. Ruf noch am selben Tag in der Praxis an.
Eine Frage zu deinem Tier?
Der AnimalCoach kennt diesen Artikel und dein Tier – und hilft dir, die nächste sinnvolle Frage an deine Praxis zu stellen.
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