Mit Hund oder Katze ins Ausland: Heimtierausweis, Chip und Tollwutimpfung

AnimalChat Redaktion · 7. Oktober 2026

Ein Hund liegt im offenen Kofferraum eines Kombis zwischen gepackten Reisetaschen.
Bild KI-generiert

Was du für Reisen innerhalb der EU und in Drittländer brauchst, welche Fristen gelten und welche Krankheiten im Süden auf dein Tier warten.

Wer mit Hund oder Katze verreist, sollte die Einreiseregeln nicht erst an der Grenze prüfen. Einige Vorbereitungen brauchen Wochen, bei manchen Reisezielen sogar Monate. Wer sie verpasst, riskiert, dass das Tier an der Grenze zurückgewiesen oder in Quarantäne genommen wird.

Die Grundregeln innerhalb der EU

Für Reisen mit Hund, Katze oder Frettchen innerhalb der EU braucht dein Tier drei Dinge:

  • einen Mikrochip zur Kennzeichnung,
  • eine gültige Tollwutimpfung,
  • einen EU-Heimtierausweis, ausgestellt von einer dazu berechtigten Tierärztin.

Die Reihenfolge ist wichtig: Der Chip muss vor der Tollwutimpfung gesetzt werden, notfalls am selben Tag, aber davor. Eine Impfung ohne vorher gesetzten Chip wird nicht anerkannt.

Die Tollwutimpfung ist frühestens im Alter von zwölf Wochen möglich. Nach der ersten Impfung musst du 21 Tage warten, bevor die Einreise erlaubt ist. Welpen und Kitten können deshalb in der Regel erst mit etwa 15 Wochen ins EU-Ausland reisen. Wird die Auffrischung rechtzeitig vor Ablauf der Gültigkeit gegeben, entfällt die Wartezeit. Lässt du sie verstreichen, beginnt alles von vorn.

Sonderregeln einzelner Länder

Einige Länder schreiben zusätzlich eine Bandwurmbehandlung für Hunde vor, die kurz vor der Einreise erfolgen und von einer Tierärztin im Ausweis eingetragen werden muss. Das gilt derzeit für Finnland, Irland, Malta, Norwegen und Nordirland. Die Behandlung muss in einem festen Zeitfenster vor der Einreise liegen. Plane den Tierarzttermin deshalb passend zur Reiseroute.

Für Großbritannien gelten seit dem Brexit eigene Regeln und Dokumente. Einige Länder haben außerdem Einreiseverbote oder Auflagen für bestimmte Hunderassen. Prüf die aktuellen Bestimmungen vor jeder Reise bei den offiziellen Stellen des Ziellandes, denn die Regeln ändern sich gelegentlich.

Reisen in Länder außerhalb der EU

Für viele Länder außerhalb der EU, und vor allem für die Rückreise aus Ländern mit Tollwut, ist ein Tollwut-Antikörpertest nötig. Dafür wird frühestens 30 Tage nach der Impfung Blut abgenommen und in einem zugelassenen Labor untersucht. Danach gilt oft eine Wartezeit von drei Monaten, bevor das Tier wieder in die EU einreisen darf. Wer das nicht vor der Abreise erledigt, kann sein Tier im Zweifel nicht direkt mit zurücknehmen.

Kläre Reisen in Drittländer deshalb mehrere Monate im Voraus mit deiner Praxis und den Behörden des Ziellandes.

Krankheiten, die im Süden warten

Im Mittelmeerraum und in Teilen Südosteuropas kommen Krankheiten vor, die bei uns selten sind. Sie werden durch Insekten und Zecken übertragen:

  • Leishmaniose, übertragen durch Sandmücken, die vor allem in der Dämmerung und nachts stechen. Sie ist beim Hund schwer behandelbar und nicht heilbar.
  • Herzwurmerkrankung, übertragen durch Stechmücken
  • Babesiose und Ehrlichiose, übertragen durch Zecken

Sprich einige Wochen vor der Reise mit deiner Praxis über einen passenden Schutz. Mittel, die Mücken und Zecken abwehren, müssen oft schon vor der Abreise angewendet werden, damit sie rechtzeitig wirken. Hunde sollten in Risikogebieten abends und nachts möglichst drinnen bleiben. Manche Schutzmittel für Hunde sind für Katzen giftig. Verwende deshalb nie Präparate für Hunde bei deiner Katze.

Bevor es losgeht

  • Prüf, ob die Chipnummer auf deinen Namen registriert ist und deine Telefonnummer stimmt.
  • Nimm Impfpass, Heimtierausweis, Medikamente für die ganze Reise und die Adresse einer Tierklinik am Urlaubsort mit.
  • Überlege ehrlich, ob die Reise deinem Tier guttut. Viele Katzen sind zu Hause mit einem vertrauten Betreuer besser aufgehoben.

Wann du nach der Reise in die Praxis solltest

Leishmaniose und andere Reisekrankheiten zeigen sich oft erst Wochen bis Monate später, etwa durch Gewichtsverlust, Hautveränderungen, Fieber oder Mattigkeit. Erwähne bei jedem Tierarztbesuch, dass dein Tier im Ausland war, und frag nach einer Kontrolluntersuchung, wenn ihr in einem Risikogebiet wart.

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