Welpe zieht ein: Was in den ersten Wochen wirklich zählt

AnimalChat Redaktion · 4. Oktober 2026

Ein Welpe schläft auf einer Decke, daneben ein angekauter Hausschuh und ein Seilspielzeug.
Bild KI-generiert

Impfungen, Entwurmung, Sozialisierung, Schlaf und Stubenreinheit: was in den ersten Wochen mit einem Welpen wichtig ist und was warten kann.

Die ersten Wochen mit einem Welpen prägen seinen Charakter und seine Gesundheit für Jahre. Gleichzeitig muss nicht alles sofort perfekt sein. Es lohnt sich, die Kraft auf das zu richten, was in dieser Zeit wirklich nicht nachzuholen ist.

Impfungen: der Grundschutz

Welpen erhalten zunächst Schutz über die Muttermilch. Dieser Schutz lässt in den ersten Lebensmonaten nach, und genau dann setzt die Grundimmunisierung an. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin empfiehlt für Hunde Impfungen gegen Staupe, Parvovirose, ansteckende Leberentzündung, Leptospirose und Tollwut.

Üblich sind Impftermine im Alter von etwa 8, 12 und 16 Wochen und eine Wiederholung mit etwa 15 Monaten. Danach wird in längeren Abständen aufgefrischt, je nach Impfstoff. Den genauen Plan legt deine Praxis fest, ausgehend davon, was dein Welpe beim Züchter oder im Tierschutz schon bekommen hat. Bring deshalb den Impfpass zum ersten Termin mit.

Bis der Grundschutz steht, solltest du Orte meiden, an denen viele fremde Hunde koten, etwa stark frequentierte Hundewiesen. Kontakt zu gesunden, geimpften Hunden ist dagegen wichtig und erwünscht.

Entwurmung

Welpen stecken sich häufig schon im Mutterleib oder über die Milch mit Spulwürmern an. Deshalb werden sie in den ersten Lebensmonaten deutlich häufiger entwurmt als erwachsene Hunde. Frag beim Züchter, wann zuletzt entwurmt wurde, und lass dir in der Praxis einen Plan für die nächsten Monate geben.

Sozialisierung: das Zeitfenster, das sich schließt

Etwa bis zur 12. bis 14. Lebenswoche lernen Welpen besonders leicht, was zu ihrer normalen Welt gehört. Was sie in dieser Phase ruhig und positiv kennenlernen, macht ihnen später seltener Angst. Danach ist Lernen weiter möglich, aber mühsamer.

Sinnvoll sind kurze, gute Erfahrungen mit:

  • Menschen unterschiedlichen Alters und Aussehens, auch mit Hut, Schirm oder Rollator
  • ruhigen, freundlichen erwachsenen Hunden und anderen Tieren
  • Geräuschen wie Staubsauger, Verkehr, Türklingel
  • Autofahren, Treppen, unterschiedlichen Untergründen
  • Anfassen von Pfoten, Ohren und Maul, damit spätere Untersuchungen leichter fallen

Weniger ist dabei mehr. Ein Welpe, der von Eindruck zu Eindruck gereicht wird, lernt nicht Gelassenheit, sondern Überforderung. Lass ihn beobachten, sich zurückziehen und selbst entscheiden, wann er sich nähert. Eine gut geführte Welpengruppe mit kleinen Gruppen und Pausen kann sehr hilfreich sein.

Schlaf ist Training

Welpen brauchen sehr viel Schlaf, deutlich mehr als erwachsene Hunde. Im Schlaf verarbeiten sie, was sie erlebt haben. Ein übermüdeter Welpe wird oft nicht müde, sondern aufgedreht, beißt mehr und hört schlechter. Richte ihm einen ruhigen Schlafplatz ein, an dem er nicht gestört wird, und plane nach jeder Aktivität eine Ruhephase ein.

Stubenreinheit

Bring deinen Welpen nach dem Schlafen, nach dem Fressen, nach dem Spielen und in den ersten Wochen etwa alle ein bis zwei Stunden an dieselbe Stelle nach draußen. Lob ihn ruhig, sobald er sich löst. Missgeschicke in der Wohnung kommentarlos wegwischen, am besten mit einem enzymhaltigen Reiniger, damit der Geruch nicht zum erneuten Lösen einlädt. Schimpfen bringt nichts, außer dass er sich künftig heimlich löst.

Chip und Registrierung

Viele Welpen sind beim Einzug schon gechippt. Der Chip allein hilft aber nur, wenn die Nummer auch auf deinen Namen registriert ist. Trag deinen Hund in ein kostenloses Haustierregister ein. In einigen Bundesländern und in Österreich ist eine Kennzeichnung ohnehin Pflicht, für Auslandsreisen immer.

Wann du in die Praxis solltest

Welpen haben wenig Reserven. Durchfall mit Blut, wiederholtes Erbrechen, Fressunlust über einen Tag oder ein Welpe, der auffällig schlapp ist, gehören am selben Tag untersucht. Die gefährliche Parvovirose beginnt genau so. Lass deinen Welpen außerdem in den ersten Tagen nach dem Einzug einmal gründlich untersuchen, auch wenn er gesund wirkt.

Eine Frage zu deinem Tier?

Der AnimalCoach kennt diesen Artikel und dein Tier – und hilft dir, die nächste sinnvolle Frage an deine Praxis zu stellen.

AnimalChat kostenlos laden

Auch interessant