Zecken bei Hund und Katze: richtig absuchen, entfernen und vorbeugen
AnimalChat Redaktion · 4. Oktober 2026
Zecken sind fast das ganze Jahr aktiv und übertragen Krankheiten. Wie du sie findest und sicher entfernst und warum manche Hundemittel für Katzen giftig sind.
Zecken sind längst kein reines Sommerthema mehr. In milden Wintern sind sie schon ab etwa sieben Grad aktiv, und damit in vielen Regionen fast das ganze Jahr. Sie sind vor allem deshalb ein Problem, weil sie Krankheitserreger übertragen können. Je kürzer eine Zecke saugt, desto geringer ist das Risiko.
Täglich absuchen
Such dein Tier nach jedem Aufenthalt im Grünen ab, bei Freigängern am besten täglich. Zecken krabbeln oft eine Weile, bevor sie zustechen, und bevorzugen dünne, warme Hautstellen:
- Kopf, Ohren und Ohrränder
- Hals und Nacken, unter dem Halsband
- Achseln, Bauch und Innenseite der Schenkel
- Zwischen den Zehen
Fahr mit den Fingern gegen den Strich durchs Fell. Eine frisch festgesaugte Zecke fühlt sich an wie ein kleiner Knubbel.
Richtig entfernen
- Nimm eine Zeckenzange, eine Zeckenkarte oder einen Zeckenhaken
- Pack die Zecke so nah wie möglich an der Haut, nicht am vollgesogenen Körper
- Zieh sie langsam und gleichmäßig heraus. Ob du dabei drehst oder gerade ziehst, ist weniger wichtig als ein ruhiger, gleichmäßiger Zug
- Kein Öl, Kleber, Nagellack oder Alkohol vorher. Das stresst die Zecke und kann dazu führen, dass sie mehr Erreger abgibt
- Die Stelle danach desinfizieren und einige Tage im Auge behalten
Bleibt ein kleiner Rest des Stechapparats in der Haut, ist das meist harmlos. Der Körper stößt ihn ab. Wird die Stelle aber dick, heiß oder eitrig, lass sie ansehen.
Welche Krankheiten Zecken übertragen
Beim Hund sind in Mitteleuropa vor allem diese von Bedeutung:
- Borreliose: Viele infizierte Hunde bleiben gesund. Wenn Symptome auftreten, oft erst Wochen bis Monate später, etwa wechselnde Lahmheiten, Fieber und Mattigkeit
- Anaplasmose: Fieber, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, manchmal Gelenkschmerzen
- Babesiose: übertragen durch die Auwaldzecke, die sich in Deutschland ausbreitet. Sie zerstört rote Blutkörperchen und kann schnell lebensbedrohlich werden: hohes Fieber, starke Schwäche, blasse Schleimhäute, dunkelbrauner Urin
Katzen erkranken seltener an zeckenübertragenen Krankheiten als Hunde, sind aber nicht davor geschützt.
Vorbeugen: mit der Praxis abstimmen
Absuchen allein reicht meist nicht, besonders bei Hunden, die viel draußen sind, und bei Freigänger-Katzen. Es gibt Tabletten, Spot-on-Präparate und Halsbänder mit unterschiedlicher Wirkdauer und Wirkweise. Welches Mittel passt, hängt von Tierart, Gewicht, Alter, Gesundheitszustand, Lebensweise, Reisezielen und dem Haushalt ab, etwa kleinen Kindern oder anderen Tieren. Das klärst du am besten in der Praxis.
Einen sicheren Schutz gegen Zecken bieten Hausmittel wie Kokosöl, Knoblauch oder Bernsteinketten nicht.
Achtung: Hundemittel können Katzen töten
Manche Zeckenmittel für Hunde enthalten Permethrin oder verwandte Wirkstoffe (Pyrethroide). Für Katzen sind diese hochgiftig. Schon ein falsch angewendetes Hunde-Spot-on kann bei einer Katze Zittern, Krämpfe und Lebensgefahr auslösen. Auch engen Kontakt zu einem frisch behandelten Hund, etwa gemeinsames Schlafen, solltest du vermeiden, bis das Mittel eingezogen und getrocknet ist.
Verwende bei Katzen nur Mittel, die ausdrücklich für Katzen zugelassen sind, und teile niemals Präparate zwischen den Tieren auf.
Wann in die Praxis
Sofort, wenn eine Katze nach Anwendung eines Zeckenmittels zittert, krampft oder stark speichelt, oder wenn dein Hund hohes Fieber, große Schwäche, blasse Schleimhäute oder dunklen Urin zeigt. Zeitnah, wenn dein Tier in den Wochen nach einem Zeckenstich lahmt, Fieber hat oder ungewöhnlich matt ist. Erzähl dann auch von dem Zeckenstich.
Eine Frage zu deinem Tier?
Der AnimalCoach kennt diesen Artikel und dein Tier – und hilft dir, die nächste sinnvolle Frage an deine Praxis zu stellen.
AnimalChat kostenlos laden