Impfen beim Pferd: welche Impfungen jedes Pferd braucht
AnimalChat Redaktion · 7. Oktober 2026
Tetanus, Influenza und Herpes gehören laut Impfempfehlung zum Grundschutz jedes Pferdes. Was die Impfungen leisten, wie die Grundimmunisierung abläuft und worauf du achten musst.
Impfen schützt nicht nur dein eigenes Pferd. Vor allem Influenza und Herpes verbreiten sich schnell im Stall und auf Turnieren, und je mehr Pferde geschützt sind, desto seltener kommt es zu Ausbrüchen. In Deutschland orientieren sich die Empfehlungen an der Impfleitlinie der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet).
Die Grundimpfungen
Die StIKo Vet unterscheidet zwischen Impfungen, die jedes Pferd haben sollte (Core-Impfungen), und solchen, die nur bei besonderem Risiko sinnvoll sind. Zu den Core-Impfungen gehören:
- Tetanus (Wundstarrkrampf): Pferde sind besonders empfindlich gegenüber dem Tetanuserreger, der über kleinste Wunden eindringen kann. Die Erkrankung verläuft oft tödlich. Der Erreger lebt im Boden, deshalb ist jedes Pferd gefährdet, auch eines, das nie den Stall verlässt.
- Influenza (Pferdegrippe): hoch ansteckend, verursacht Fieber und Husten und kann Pferde für Wochen außer Gefecht setzen.
- Equine Herpesviren (EHV-1 und EHV-4): verursachen Atemwegserkrankungen, Aborte bei tragenden Stuten und seltener schwere neurologische Verläufe. Die Impfung verhindert eine Ansteckung nicht vollständig, verringert aber die Ausscheidung der Viren und damit die Ausbreitung im Bestand.
Grundimmunisierung und Auffrischung
Damit eine Impfung zuverlässig schützt, braucht das Pferd zunächst eine Grundimmunisierung: mehrere Impfungen in festgelegten Abständen, meist über das erste Lebensjahr bzw. über mehrere Monate verteilt. Erst danach folgen die regelmäßigen Auffrischungen.
Wie oft aufgefrischt wird, hängt von der Impfung und vom Impfstoff ab. Influenza und Herpes werden in der Regel halbjährlich aufgefrischt, Tetanus nach einer vollständigen Grundimmunisierung in längeren Abständen. Deine Tierärztin erstellt dir einen Impfplan, der zu deinem Pferd und seinem Umfeld passt.
Wichtig: Wenn eine Auffrischung deutlich zu spät kommt, kann es nötig sein, die Grundimmunisierung neu zu beginnen. Deshalb lohnt es sich, die Termine im Blick zu behalten.
Fohlen
Fohlen bekommen über die Biestmilch der Stute Antikörper. Diese schützen in den ersten Lebensmonaten, stören aber auch die Wirkung einer zu frühen Impfung. Deshalb beginnt die Grundimmunisierung erst, wenn die mütterlichen Antikörper abgenommen haben. Eine gut geimpfte Stute schützt ihr Fohlen besser. Den Impfplan für Stute und Fohlen solltest du früh mit der Tierärztin besprechen.
Weitere Impfungen je nach Region und Haltung
- West-Nil-Virus: wird durch Stechmücken übertragen und ist in Teilen Deutschlands inzwischen heimisch. In betroffenen Regionen empfiehlt die StIKo Vet die Impfung.
- Tollwut und andere Erkrankungen: nur in besonderen Situationen, etwa bei Reisen oder bei bestimmten Haltungsbedingungen.
Welche zusätzlichen Impfungen für dein Pferd sinnvoll sind, hängt davon ab, wo es steht, ob es reist und wie viel Kontakt es zu fremden Pferden hat.
Turnier und Equidenpass
Für Turniere und Veranstaltungen gelten eigene Impfregeln, vor allem für Influenza. Diese können strenger sein als die allgemeine Empfehlung. Wenn du Turniere reitest, prüfe die aktuellen Bestimmungen gesondert.
Jede Impfung muss im Equidenpass eingetragen werden. Nimm den Pass deshalb zu jedem Impftermin mit.
Nach der Impfung
Leichte Schwellungen an der Einstichstelle und etwas Müdigkeit für ein bis zwei Tage sind normal. Gönn deinem Pferd nach der Impfung ein paar ruhige Tage ohne schwere Arbeit. Wenn dein Pferd Fieber bekommt, nicht frisst, die Schwellung stark zunimmt oder es sich auffällig verhält, ruf die Tierärztin an.
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